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Männer emanzipieren sich - Software-Unternehmen ITEBO setzt klares Signal in Sachen Work-Life-Balance

von Judith Perez

Normalerweise sind IT-ler männlich, sitzen am Rechner oder beim Kunden. Beim ersten ITEBO-Vätertag

sind sie vor allem eines: Väter! Gemeinsam mit ihren Kindern verbrachten acht Väter einen sonnigen Samstagnachmittag in der Katholischen Familien-Bildungsstätte (Fabi). „Einfach mal Zeit nehmen, ganz entspannt mit den Kindern und Spaß haben“, freut sich Dirk Panter, der als Software-Berater bei ITEBO tätig ist. Heute baut er mit Sohn Lennart ein Schiff. „Wir machen hier einen großen Nagel hin und spannen dann ein Segel“, so der 7-Jährige, konzentriert bei der Arbeit.

itebo-vaetertag-2012-1  Foto: Peter Gürtler

Beim Osnabrücker Software-Unternehmen ITEBO heißt Familienfreundlichkeit nicht nur Eltern- und Teilzeit für Mütter. „Hier nimmt jeder zweite Mann, der Vater wird, Elternzeit“, sagt Nils Struckmeier, Prokurist bei ITEBO. „Bundesweit wagten laut statistischem Bundesamt 2008 nur 16% der Väter diesen Schritt. Und fast die Hälfte der Männer haben laut einer Forsa-Umfrage Furcht vorm Karriereknick. Anders bei ITEBO. „Hier werden sie dafür nicht schief angeguckt“, weiß Struckmeier. Er  macht sich seit der Geburt seiner Tochter vor zweieinhalb Jahren aus eigener Betroffenheit für väterfreundliche Strukturen im Unternehmen stark. Das IT-Unternehmen ist eines von drei Pilotfirmen in Osnabrück, das sich am Projekt „Väter in Unternehmen“ der Ursachenstiftung beteiligt. Für Angebote, wie den Vätertag oder eine Ferienbetreuung erhielten sie von der Stiftung, die die Väter im Fokus hat, sogar einen Preis.


Väterfreundlichkeit wird bei Itebo gelebt

„Der Fachkräftemangel kommt“, weiß Struckmeier. Bundesweit blieben im Dezember 2011 laut Verein Deutscher Ingenieure 30.500 IT-Stellen unbesetzt. Das sind 9500 mehr als im Vorjahr. Und ITEBO möchte seine 120 Mitarbeiter, davon rund 75 Prozent Männer, binden! „Denn schon jetzt werben andere Firmen massiv um qualifizierte Fachkräfte“, so Struckmeier. 92% der Väter empfinden laut einer 2008 durchgeführten Studie des Bundesfamilienministeriums die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtiger oder genauso wichtig, wie das Gehalt.

itebo-vaetertag-2012-2Foto: Peter Gürtler

Und hier setzt ITEBO ein klares Signal. „Das wird bei uns gelebt und steht nicht nur auf dem Papier, berichtet IT-ler Olaf Mersch, der seit sechs Jahren bei Itebo arbeitet und mit seinen Kindern Ole und Jule den Vätertag genießt. „Es ist eine schöne Kombi, gemeinsam mit Kollegen und deren Kindern einen lustigen Nachmittag zu verbringen“, schmunzelt er beim Begrüßungskaffee.

Und wie geht’s weiter? „Eine flexible Kinderbetreuung in Notsituationen“, wünscht sich Organisator Struckmeier. „Denn manchmal ist es eng, wenn beide berufstätig sind.“ Montagmorgen heißt es dann wieder „Software-Lösungen“ entwickeln. Aber, man ist sich ein Stück näher gekommen und hat die Kinder des Kollegen kennengelernt. Das schafft Vertrauen, Verständnis und Wohlgefühl. „Zufriedene Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter, die bleiben!“, hofft Struckmeier.